"Ecclesiasticae ceremoniae aeternae non sunt"

Veröffentlicht auf von Markus Tymister

"Ecclesiasticae ceremoniae aeternae non sunt"

Johannes Morinus (Jean Morin), Bibelwissenschaftler und Theologe (+ 1659), einer protestantischen Familie entstammend, 1617 zur katholischen Kirche konvertiert und unter Papst Urban VIII in Rom und später, auf Betreiben von Kardinal Richelieu, in Paris tätig, schreibt in seinem 1655 zum ersten Mal erschienenen Kommentar über die Hl. Weihen zum Abschluss einer kurzen Abhandlung über die Widerstände der mittelalterlichen Theologen gegen die Konzelebration der Messfeier:

"Kirchliche Zeremonien sind nicht ewig. Sie können aus unterschiedlichen Gründen geändert werden oder auch durch den Wandel der Zeiten veralten. Daraus ergibt sich keinerlei Gefahr für den Glauben. Vergeblich müht sich, und kämpft hitzig gegen Gespenster, wer - um eine solche vermeintliche Gefahr abzuwenden - ihnen ängstlich und bange anhängt."

(J. Morinus, De sacris ecclesiae ordinationibus commentarius, pars III, ex. VIII, cap. 1, Antwerpen (2) 1695, 130.)

Ecclesiasticae ceremoniae aeternae non sunt. Variis de causis immutari possunt, atque etiam sola temporis vicissitudine antiquari. Nullum inde fidei periculum imminet. Frustra sudat, et cum larvis acerrime luctatur, qui ut ejusmodi periculum avertat, haeret anxius et solicitus.

J. Morinus, De sacris ecclesiae ordinationibus commentarius, pars III, ex. VIII, cap. 1, Antverpiae (2)1695, 130

In der Kirchenkonstitution des 2. Vatikanischen Konzils findet sich über 400 Jahre später der Hinweis darauf, dass die Kirche in den Sakramenten und in deren Feier die Gestalt der Welt trägt. Mit der sich verändernden Gestalt der Welt muss ich dann auch die äußere Gestalt der Feier der Sakramente verändern.

Bis es aber einen neuen Himmel und eine neue Erde gibt, [...] trägt die pilgernde Kirche in ihren Sakramenten und Einrichtungen, die noch zu dieser Weltzeit gehören, die Gestalt dieser Welt, die vergeht [...]

2. Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche in der Welt von heute "Lumen gentium" (16. Nov. 1964), art. 48

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